Johann Böhm. Die Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und das 'Dritte Reich' 1941-1944. Frankfurt am Main: Peter Lang, 2003. (gebunden), ISBN 978-3-631-50647-9.
Reviewed by Franz Horváh (Universität Heidelberg, Seminar für Osteuropäische Geschichte)
Published on HABSBURG (March, 2004)
Die Rumäniendeutschen und der Nationalsozialismus
Die Rumäniendeutschen und der Nationalsozialismus
Das hier zu rezensierende Buch stellt den dritten und abschließenden Band von Johann Böhms Trilogie über die Rumäniendeutschen dar. Böhm, Herausgeber der "Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Kultur," beendet damit sein nunmehr seit anderthalb Jahrzehnten betriebenes Projekt, das seinen Anfang mit seiner 1985er Dissertation nahm, die er in den Neunzigern zu dieser Trilogie auszubauen begann.[1] Böhms wesentliches Forschungsziel, das er und sein um die obige Zeitschrift sich versammelter Mitarbeiterstab verfolgen, scheint in allen diesen Publikationen der Nachweis einer möglichst frühen, tiefen und alle Schichten umfassenden nationalsozialistischen Infiltrierung der Rumäniendeutschen zu sein, deren Anfänge er in das Jahr 1922 legt.[2] Umsichtigeren und kritischeren Untersuchungen, die derart frühe nationalsozialistische Kontakte als nachträgliche Verklärung der Verhältnisse seitens der in den dreißiger Jahren tatsächlich existierenden Nationalsozialisten unter den Rumäniendeutschen ins Reich der Mythen verweisen,[3] schenken Böhm und seine Gruppe keine Beachtung. In polemischen, emotionalen und oftmals unsachlichen Artikeln greifen sie vielmehr nicht nur von der ihrigen abweichende Meinungen und die diese veröffentlichenden Institutionen an, sondern lehnen auch vermittelnde historiographische Positionen ab.[4]
Der jetzt erschienene dritte Teil der Böhmschen Trilogie widmet sich den Kriegsjahren (1941-1944) und der von Andreas Schmidt, dem auf Geheiß Berlins eingesetzten "Führers" der Rumäniendeutschen, vollzogenen Gleichschaltung der Bevölkerungsgruppe. Die Arbeit besteht vordergründig aus fünf Kapiteln und einem 31 Quellen umfassenden Anhang. Die fünf Kapitel behandeln die Machtübernahme innerhalb der Führung der deutschen Volksgruppe durch Andreas Schmidt (I.), das Kirchen- und Schulwesen der deutschen Minderheit (II.), den Krieg gegen die Sowjetunion (III.), die Einberufung der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS (IV.) und die Judenfrage in Rumänien (V.). Wird das Buch näher untersucht, so fällt eine Zweiteilung auf: Es gibt einen in die Argumentationslinie des Buchs nicht integrierten und einen datengesättigten Teil.
Den in den Aufbau des Werks nicht integrierten Teil der Darstellung bilden jene Kapitel und Unterkapitel, die keinen direkt erkennbaren Bezug zum Thema der Untersuchung aufweisen, zu ausführlich sind und neuere Forschungsergebnisse ignorierend oberflächlich behandeln bzw. schematisch bleiben. Ist die ausführliche Darstellung der deutschen Feldzüge gegen Jugoslawien und Griechenland als wesentlich für die Geschichte der Balkanländer im Jahre 1941 noch teilweise erklärbar (obwohl sie durchaus-- verkürzt--in die beiden vorangegangenen Einführungskapitel über die allgemeine politische Lage hätte eingebaut werden können), so staunt der Rezensent, warum es eines eigenen Hauptkapitels auf 52 Seiten bedurfte, um den "Krieg gegen die Sowjetunion" in seinen verschiedenen Abschnitten nachzuzeichnen. Genauso schleierhaft bleibt die Überlegung, die den Autor veranlasst haben mochte, in einer Untersuchung über die "Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe" Rumäniens die an Deutschland gestellten Friedensbedingungen der Alliierten dem Leser wörtlich mitzuteilen (S. 239 f.). Gerade solche Themen, wie das dieses Buchs, setzen schließlich keine historisch ungebildete Leserschaft voraus, der Allgemeines und Bekanntes vermittelt werden müsste.
Ebenfalls unverständlich bleibt, weshalb der Judenfrage in Rumänien ein eigenes Kapitel gewidmet wird, das wegen der Nichtbeachtung des aktuellen Forschungsstandes als einer der Schwachpunkte des Buchs zu bezeichnen ist. Obwohl der Autor die Frage seit ihrem Auftreten, dem 19. Jahrhundert, verfolgen möchte, ignoriert er nicht nur grundlegende Standardwerke dazu, sondern zieht als Beweis seiner Behauptungen explizit ein Organ der damaligen rumänischen Rechten heran.(S. 343)[5] Auf rund fünf Seiten bemüht sich Böhm zwar, das Verhältnis der Rumäniendeutschen zu den Juden darzustellen, doch das misslingt ihm, weil er außer einigen Zitaten fanatischer Nationalsozialisten die Beziehungen beider Gruppen tiefergehend nicht aufzuhellen vermag. Das mag auch daran gelegen haben, dass er die Forschungsergebnisse von Hildrun Glass ignoriert (vgl. S. 365), obwohl ihr Werk in der Bibliographie angeführt wird.[6] Als letzte Anmerkung, die genauso wie die bisherigen die formalen Mängel des Buchs belegt, sei darauf hingewiesen, dass das Unterkapitel 3.6. ("Die Deutsche Volksgruppe wird an den totalen Krieg angepasst") ins vierte Kapitel über die Einberufung der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS und dass die Unterkapitel 5.2. und 5.3. ("Die innere Lage Rumäniens," "Frontwechsel und die dramatischen Augusttage 1944") in ein separates Kapitel hätten eingegliedert werden müssen (da sie wenig Gemeinsames mit der Judenfrage seit dem 19. Jahrhundert aufweisen).
Jenseits dieser entbehrlichen Stellen des Buchs gibt es auch Abschnitte, die sich mit dem vorgenommenen Ziel befassen. Dieses wird in der Einleitung folgendermaßen beschrieben: "...dem zeitgeschichtlich interessierten Publikum eine gut lesbare Bestandsaufnahme anzubieten und dabei das wichtigste Vorgehen und Verfahren der Nazifunktionäre in Rumänien exemplarisch darzustellen: die Neuordnung der deutschen Volksgruppe und deren Gleichschaltung durch die NSDAP der DVgR..." (S. 2). Diese "Bestandsaufnahme" ist dem Autor auch gelungen, indem er im ersten Kapitel die nach der Einsetzung Andreas Schmidts als Führer der Deutschen vollzogene organisatorische Ausrichtung der rumäniendeutschen Gesellschaft nach nationalsozialistischen Prinzipien beschreibt. Am 9. November 1940 erfolgte in Mediasch die Gründung der NSDAP der Deutschen Volksgruppe in Rumänien. In den nächsten Monaten wurden nach dem Vorbild des Dritten Reiches eine immense Anzahl an NS-Organisationen eingerichtet, die allesamt die ideologische Beeinflussung der Deutschen zum Ziel hatten. Detailliert schildert Böhm diese vielfältigen Organisationen: "Einsatz-Staffel, "Deutsche Mannschaft," "Deutsche Jugend," "Deutsche Bauernschaft" usw. Wichtig ist hierbei der Hinweis des Autors auf die den Deutschen gegenüber weiterhin geltenden Rumänisierungstendenzen Bukarester Politiker, die ihre seit 1918 verfolgten Ziele, trotz der Waffenbruderschaft mit dem Reich, auch während des Krieges nicht außer Acht ließen.
In einem eigenen Kapitel geht Böhm schließlich auf den Druck, dem sowohl die evangelische Kirche A.B., die am 16. Februar 1941 in der Person Wilhelm Staedels einen nationalsozialistischen Bischof bekam, als auch die Schulen der Rumäniendeutschen seitens der nationalsozialistischen Führung ausgesetzt waren. Deren ideologischen Einfluss vermag er vor allem im schulischen Bereich durchaus zu belegen. Den sichtbarsten Ausdruck der Verbindung der Rumäniendeutschen mit dem Reich offenbart aber die hohe Zahl (rund 70.000) jener Männer, die in der Waffen-SS, der Wehrmacht und den deutschen Rüstungsbetrieben für das Reich kämpften, arbeiteten und teilweise (ca. 9-10.000) ihr Leben ließen.
Die Darstellung Böhms ist wahrlich eine "Bestandsaufnahme," die nach einer zweifellos großen Fleißarbeit (die Menge der in Berlin, Potsdam, Bayreuth, Hermannstadt, Kronstadt und Bukarest eingesehenen Archivalien, bzw. der Zeitungen und Darstellungen ist, das muss man anerkennen, beeindruckend) sehr viele Informationen, Daten und Angaben auflistet. Hier muss jedoch jede Kritik am Band einsetzen, die sich jenseits reiner Wissensdaten ein tieferes Verständnis und eine überzeugende Interpretation der Materie wünscht. Was Böhms Arbeiten insgesamt, und somit auch den vorliegenden Band, durchzieht, ist eine positivistische Darstellung von Treffen und Aussagen einiger Persönlichkeiten, deren Meinungen und Ziele zumeist als die Einstellung einer so heterogenen Minderheit, wie es die Rumäniendeutschen waren, dargestellt werden. Zwar versucht Böhm im ersten Kapitel, wo er auf die vielfältigen Organisationen eingeht, deren Einfluss auf breite Schichten der Bevölkerung nachzuweisen, doch dies gelingt ihm nicht. Denn er unternimmt leider nicht einmal ansatzweise den Versuch, die Einstellung der Rumäniendeutschen differenziert darzustellen und wenigstens probeweise die überzeugten Anhänger der Nationalsozialisten (deren Existenz der Verfasser dieser Rezension überhaupt nicht bestreitet) von den eher gleichgültig und opportunistisch Eingestellten bzw. den Mitläufern abzugrenzen.[7]
Somit vergibt Böhm letztlich die Chance, im Einklang mit der aktuellen Nationalsozialismus- und Perzeptionsforschung ein regional, konfessionell und soziologisch abgestuftes bzw. variierendes Bild der Gleichschaltung wie der Wahrnehmung durch die verschiedenen Milieus (Banat, Siebenbürgen, Katholiken, Protestanten, Bauern, Arbeiter, Intellektuelle, rein deutsche Dörfer, ethnisch gemischte Städte, usw. usf.) zu zeichnen.[8] Eine sorgfältige Untersuchung der Gleichschaltung hätte auch jenem Aspekt Rechnung tragen müssen, dass zwischen einer (Deutschland- bzw.) NS-Wahrnehmung und der Hitler-Bewunderung auch in Siebenbürgen unterschieden werden muss. Somit bleiben aber allgemeine Pauschalisierungen, wie jene über die nach 1943 zunehmend kritische Stimmung in der Bevölkerung bzw. die Kritik einiger evangelischer Pfarrer wenig aussagekräftig, da es bei Böhm zu selten um konkret umrissene, voneinander abgegrenzte Gruppen, und deren vom Autor genau herausgearbeitete Kritikpunkte, vielmehr stets um die (kaum greifbare) Gesamtbevölkerung geht.
Insbesondere ärgerlich wird es (und dies ist bereits eine methodische Frage und Schwäche), wenn der Autor wiederholt auf eigene Erlebnisse und auf Hörensagen zurückgreift, um dadurch die geistige Einstellung von Menschen bzw. den Verlauf bestimmter Ereignisse zu rekonstruieren. Hierdurch bestätigt er indirekt, dass von den politischen Reden und Artikeln einiger Funktionäre kaum auf die Mentalität und Gesinnung einer (überwiegend bäuerlichen) Bevölkerung geschlossen werden kann. Der persönlichen Betroffenheit scheint auch das Unterkapitel über die Evakuierung der Sachsen aus dem damals eigentlich ungarischen Nordsiebenbürgen, der engeren Heimat Böhms, verschuldet. Auf das Schicksal der Bukowina-, Bessarabien-, und Dobrudschadeutschen dagegen, deren Umsiedlung zwar bereits 1940 begann, aber mehrere Jahre in Anspruch nahm, geht der Autor nicht ein.
In einer Untersuchung über die Gleichschaltung der Rumäniendeutschen hätte schließlich auch die Verwicklung dieser in die nationalsozialistischen Verbrechen einer eingehenderen Analyse unterzogen werden müssen, als es der Verfasser in seinem Kapitel über die Waffen-SS-Rekrutierungen, bei denen er sich auf die Beschreibung deren technischen Ablaufs beschränkt, unternahm.[9] Ein weiteres Versäumnis ist, dass die Umstände der Entfernung Hans Otto Roths, immerhin die führende Persönlichkeit der Siebenbürger Sachsen, dessen antinationalsozialistische Haltung der Verfasser des öfteren hervorhebt, aus dem politischen Leben durch die nationalsozialistische Führungsriege nicht eigens thematisiert wird.
Wenn in einer Sachdarstellung des Jahres 2003 vom Lebensraum der Deutschen Rumäniens und "fremdvölkischen Mädchen" in evangelischen Kindergärten gesprochen wird (S. 92, 179), ohne dass die Begriffe auf irgendeine Art und Weise hervorgehoben (oder in Anführungszeichen gesetzt) werden, dafür aber der harmlose Ausdruck "Volksbegriff" durch solche Zeichen vom Text abgesetzt wird, ist das vom ideologiekritischen Standpunkt aus, den der Autor einzunehmen vermeint, bedenklich. Gedankensprünge, eine fragwürdig-ideologische Häufung des Terminus "Nazi" (S. 51: "Nazistab," S. 58: "Naziideologie," S. 74: "Nazi-Clique," S. 108: "radikal-nazistisch" usw.) und die Einflechtung persönlicher Einschätzungen und Polemiken in den Haupttext stellen schließlich nur einige methodische Schwächen des Buchs dar. Wenn sodann Rumänien angeblich Südbukowina an Bulgarien abtrat (S. 48), wenn im Zusammenhang mit der Meinung Andreas Schmidts über "Volk und Rasse" auf den ersten Punkt des Programms der NSDAP (und nicht auf eine Aussage Schmidts) verwiesen wird (S. 49), und wenn schließlich im jeweiligen Kontext nichtssagende und unbelegte Ausdrücke wie "unsichere Persönlichkeiten" (S. 51), "emotionale Zeichen" (S. 244) oder "tieferes Verbundensein mit den wahren Quellen des historischen Daseins dieser Deutschen" (S. 271) gebraucht werden, dann sind einige weitere Tiefpunkte historiographischer Oberflächlichkeit und der Böhmschen Trilogie erreicht.
Der dritte und letzte Band der Trilogie erweist sich damit (wie es bei Trilogien meist der Fall ist) als der schwächste. Böhm zeichnet zwar ein materialreiches Bild der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Rumäniendeutschen, doch eines ohne genaue Konturen und ohne in ihren Motiven und Intentionen nachvollziehbare Figuren. Er kommt daher über eine rein positivistische Bestandsaufnahme (die letztlich seinem Ziel entsprach, vgl. S. 2.) auch diesmal nicht hinaus, so dass der Wert seiner Studie in der großen Menge an verarbeitetem Material liegt. Eine interpretatorische Zusammenfügung der durch ihn gesammelten Materialien zu einem überzeugenden Bild und ihre wirkliche Einbettung in die Minderheitenproblematik des 20. Jahrhunderts wie auch in die Geschichte des Nationalsozialismus muss demnach noch erfolgen.
Anmerkungen
[1]. Johann Böhm, Das Nationalsozialistische Deutschland und die deutsche Volksgruppe in Rumänien 1936-1944. Das Verhältnis der deutschen Volksgruppe zum Dritten Reich und zum rumänischen Staat sowie der interne Widerstreit zwischen den politischen Gruppen (Europäische Hochschulschriften, Reihe 3, 223, Frankfurt/M. et al.: Lang, 1985); ders., Die Deutschen in Rumänien und die Weimarer Republik 1919-1933. Mit einem Literaturbeitrag von Dr. Wolfgang Knopp (Publikationen des Arbeitskreises für Geschichte und Kultur der Deutschen Siedlungsgebiete im Südosten Europas, Reihe 1, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 3, Ippesheim: Verlag des Arbeitskreises..., 1993); ders., Die Deutschen in Rumänien und das Dritte Reich 1933-1940 (Frankfurt/M. et al.: Lang, 1999).
[2.] Vgl. Böhm, Die Deutschen in Rumänien und das Dritte Reich 1933-1940, S. 3.
[3.] Vgl. Harald Roth, Politische Strukturen und Strömungen bei den Siebenbürger Sachsen 1919-1933 (Studia Transylvanica 22, Köln et al.: Böhlau, 1993). Rezensiert in HABSBURG: http://www.h-net.org/reviews/showrev.cgi?path=25611957297805 .
[4]. Eine solche wäre das entsprechende Kapitel in Günter Schödl (Hg.), Land an der Donau (Deutsche Geschichte im Osten Europas 6, Berlin: Siedler, 1995, durchgesehene und aktualisierte Auflage 2002) S. 555-601.
[5]. Nur einige der von Böhm nicht zur Kenntnis genommenen Werke und Aufsätze: Mariana Hausleitner und Brigitte Mihok (Hg.), Rumänien und der Holocaust. Zu den Massenverbrechen in Transnistrien 1941-1944 (Nationalsozialistische Besatzungspolitik in Europa 10, Berlin: Metropol, 2001); William O. Oldson, A Providential Anti-Semitism. Nationalism and Policy in Ninteenth Century Romania (Memoirs of the American Philosophical Society 193, Philadelphia: American Philosophical Society, 1991); Zigu Ornea, Anii treizeci. Extrema dreapta romanesca (Bucuresti: Ed. Fundatiei Culturale Romane, 1995, 2. verb. Aufl. 1996); Leon Volovici, Ideologia nationalista si "problema evreiasca". Eseu despre formele antisemitismului intelectual in Romania anilor ´30 (Seria Istorie, Bucuresti: Humanitas, 1995); Krista Zach, "Rumänien," in Wolfgang Benz (Hg.), Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus (dtv 4690, München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1996) S. 381-411. Zu der von Böhm herangezogenen rechten und antisemitischen rumänischen Zeitschrift ("Porunca Vremii"), aus welcher er seine Informationen über die Lage der Juden im Rumänien des 19. Jahrhundert bezog, vgl. die Arbeit von Ornea, S. 409 f.
[6]. Es handelt sich um ihre Dissertation Zerbrochene Nachbarschaft. Das deutsch-jüdische Verhältnis in Rumänien (1918-1938) (Südosteuropäische Arbeiten 98, München: Oldenbourg, 1996). Darin kommt die Autorin u.a. zum Schluss, dass das Verhältnis beider Gruppen zueinander bereits in den dreißiger Jahren von zunehmender Entfremdung und Sprachlosigkeit, also nicht (wie von Böhm behauptet) von Gleichgültigkeit, bestimmt war. Hiervon ausgehend hätte Böhm z.B. die gegenseitige Wahrnehmung und Beurteilung auf der Mikroebene weiterverfolgen können.
[7]. An der Berechtigung dieser Kritik ändert auch Böhms einmaliger, kurzer Hinweis auf eine "Mitläuferbasis" und eine "allgemein zu beobachtende Volksverdrossenheit" (S. 267) nichts.
[8]. Vgl. als (von Böhm zur Zeit der Drucklegung zum Teil noch nicht rezipierbare) Fallbeispiele für die Vielfalt, die Veränderungen und die Widersprüche der Nationalsozialismus-, der NSDAP- und der Hitlerwahrnehmung durch die jeweilige Bevölkerungsgruppe: Eric A. Johnson, Der nationalsozialistische Terror. Gestapo, Juden und gewöhnliche Deutsche (Berlin: Siedler, 2001); Ian Kershaw, Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung (Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1999); Norbert Spannenberger, Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938-1944 unter Horthy und Hitler (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa 22, München: Oldenbourg, 2002), rezensiert in HABSBURG: http://www.h-net.org/reviews/showrev.cgi?path=31211058224408; Tatjana Tönsmeyer, Das Dritte Reich und die Slowakei 1939-1945. Politischer Alltag zwischen Kooperation und Eigensinn (Paderborn et al.: Schöningh, 2003); Volker Zimmermann, Die Sudetendeutschen im NS-Staat. Politik und Stimmung der Bevölkerung im Reichsgau Sudetenland (1938-1945) (Veröffentlichungen der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission 9; Veröffentlichungen des Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa 16, Essen: Klartext-Verlag, 1999).
[9]. Als Ausgangspunkt und Vergleichsebene künftiger Arbeiten kann dienen: Thomas Casagrande, Die volksdeutsche Waffen-SS Division "Prinz Eugen". Die Banater Schwaben und die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen (Frankfurt/M.: Campus, 2003).
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Citation:
Franz Horváh. Review of Böhm, Johann, Die Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und das 'Dritte Reich' 1941-1944.
HABSBURG, H-Net Reviews.
March, 2004.
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