Norman Davies, Roger Moorhouse. Die Blume Europas: Breslau - Wroclaw - Vratislavia. Die Geschichte einer mitteleuropäischen Stadt. München: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 2002. 702 S. EUR 38.00 (gebunden), ISBN 978-3-426-27259-6.
Reviewed by Andreas R. Hofmann (Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO), Leipzig )
Published on HABSBURG (August, 2002)
Die Stadt, ein grauer Fleck
Die Stadt, ein grauer Fleck
Als vor einigen Jahren die Meldung durch die Medien ging, Norman Davies habe es auf Bitten des Wroclawer Stadtpräsidenten übernommen, eine Geschichte der Stadt Breslau/Wroclaw zu verfassen, wird so mancher Sachkenner stutzig geworden sein: Norman Davies als Stadthistoriker, noch dazu einer Stadt, die über lange Zeit dem deutschen Kulturkreis angehört hat?
Bis dato hatte sich der Brite Davies als Fachmann der Geschichte Polens einen Namen gemacht, dessen Bücher es im Land seines wissenschaftlichen Hauptinteresses sogar bis zur Standard-Schullektüre geschafft haben. In den letzten Jahren zeigten seine Werke eine Tendenz zur stetigen Sprengung geographischer Grenzen: Den Handbüchern der polnischen Geschichte folgte eine voluminöse einbändige Geschichte Europas, darauf eine ebenso umfangreiche Gesamtdarstellung der Historie der britischen Inseln. [1] Nicht wenige Leser dürften als nächstes aus Davies' Feder mit einer Geschichte des Globus gerechnet haben.
Diese Zwischenetappe hat er übersprungen und nunmehr eine kosmische Geschichte vorgelegt, freilich die eines "Mikrokosmos", wie der Titel der englischen Originalausgabe lautet. [2] Nach eigenem Bekunden hat Davies Roger Moorhouse, seinen research assistant und früheren Studenten, als Experten der deutschen Geschichte zum Koautor gemacht. Das Ergebnis ist dennoch so durch und durch vom Stil des Meisters geprägt, dass wir es als "echten Davies" ansprechen dürfen.
Wer Zweifel hegte, dass sich Davies in seinem neuen Buch zum Stadthistoriker wandeln würde, darf sich bestätigt sehen. Von den gerade in den angloamerikanischen Ländern traditionsreichen, sozialhistorischen Ansätzen einer urban history sind Davies und Moorhouse meilenweit entfernt. Das bestätigt bereits ein Blick in die zitierten Literaturtitel, in denen keine einzige einschlägige Veröffentlichung vorkommt. "It would be nice to have a theory; but I do not have one", schrieb Davies einmal; [3] in dieser Hinsicht ist er sich treu geblieben.
Daraus folgt zwangsläufig, dass die Fragen, die eine moderne Stadtgeschichte an ihr Untersuchungsobjekt richten mag, nicht beantwortet oder vielmehr gar nicht erst gestellt werden. Das dem Buch beigegebene Kartenmaterial ist dafür symptomatisch: Entweder zeigt es Breslau/Wroclaw lediglich als einen Punkt auf der Landkarte inmitten des zentraleuropäischen politischen Herrschaftsgefüges, oder es stellt die jeweilige Ausdehnung der historischen Stadt als grauen Fleck im Verhältnis zu den Umrissen des modernen Wroclaw in den Verwaltungsgrenzen von 1973 dar. Gezeigt werden mithin Umrisse, über die inneren Strukturen erfahren wir nichts. Zu diesen Karten passen optisch dann auch die dem Band beigegebenen monochromen Illustrationen, die zum Teil in allenfalls loser Beziehung zur Breslauer Stadtgeschichte stehen (z.B. Carl Röchlings Szene aus der Schlacht von Leuthen).
Diesen ersten Eindruck bestätigt eine Darstellung, in der die Stadt als historische Entität eigener Prägung über große Strecken geradezu ignoriert wird - ein erstaunlicher Befund für eine Stadtgeschichte. Überraschender Weise vermag diese am ehesten noch in dem Kapitel über die vorgeschichtliche Zeit zu überzeugen, in der die Schilderung der topographischen und klimatischen Bedingungen als geohistorische Voraussetzungen der Stadtwerdung und die Besprechung der archäologischen Befunde und ihrer Beurteilung durch die unterschiedlichen historischen Schulen beinahe Braudelsche Qualitäten gewinnt. Aber bei der Behandlung der historischen Zeiten fehlt den Autoren der Blick für die wesentlichen sozialen Zusammenhänge.
Das Patriziat etwa tritt im Hochmittelalter urplötzlich als fertige Gruppe in Erscheinung - das mag an der Quellenlage liegen, aber wozu ist man Historiker, um sich nicht mittels Interpolation zwischen den Quellen und Analogieschlüssen aus besser dokumentierten Fällen einige Gedanken über die Ständebildung sowie Genese und Wandel der städtischen Eliten zu machen? [4] Verweise auf die Entwicklung in anderen Städten fehlen völlig, folglich auch die Frage, inwieweit Breslau/Wroclaw ein typischer oder ein Sonderfall unter den Städten der Region war. Auf die Zunftkämpfe des Spätmittelalters wird knapp hingewiesen, über ihre Ursachen und die soziale Schichtung der Stadt erfahren wir nichts Wesentliches. Überhaupt ist das Mittelalter nicht so ganz die Sache der beiden Autoren; der im 15. Jahrhundert lebende polnische Historiker Jan Dlugosz wird vielleicht ein- oder zweimal zu oft als Beleg für Vorgänge des Früh- und Hochmittelalters zitiert.
Auch neuere und sozialhistorisch besser erfassbare Zeiten werden im Prinzip wenig anders dargestellt. Sozialgeschichtliche Daten, die Bevölkerungsentwicklung usw. sind lediglich Pflichtübung; die Vorgänge zusammenfassende Tabellen oder veranschaulichende Grafiken fehlen ganz. Die säkularen Prozesse der Industrialisierung und Urbanisierung werden nur kursorisch - für die Geschichte einer Großstadt unentschuldbar kurz - vorgeführt; zwar gibt es anschauliche Schilderungen des sozialen Elends, der Wohnungsnot und der hygienischen Katastrophe in den Armenvierteln, aber über die Veränderungen der sozialen Schichtung der Stadt werden wir nicht informiert. Was Davies schon mehr interessiert, ist das allmähliche Schwinden des polnischen Bevölkerungsanteils und der Präsenz der polnischen Kultur in der Stadt, die bereits im 19. Jahrhundert nur noch marginal waren. Hier fehlt allerdings eine Diskussion der Germanisierungstheorie der polnischen historischen Literatur. [5]
Bei dieser frappierenden Mängelliste stellt sich die Frage, womit nun die beiden Autoren die immerhin 700 Seiten ihrer Geschichte Breslaus füllen. Die Kapitel folgen der konventionellen Epochengliederung der politischen Geschichte Schlesiens: nach der Vor- und Frühgeschichte die piastischen Fürstentümer des Hochmittelalters, die Zugehörigkeit zum premislidischen und luxemburgischen Königreich Böhmen 1335-1526, die Habsburgerzeit bis 1741, die preußische Periode bis 1871, das Kaiserreich, die Weimarer Republik und der Nationalsozialismus, schließlich die Zeit seit der Angliederung an Polen. Das Gliederungsprinzip ist also das der Entwicklung von politischen Herrschaftsgebieten und Staaten; Breslau macht als Metropole Schlesiens die Wechselfälle der politischen Geschichte der Provinz mit. Es wird klar, dass eine alternative historische Gliederung, die sich eher aus der inneren Entwicklung der Stadt selbst ergeben hätte, bei der Schwerpunktsetzung des Buches nicht in Frage gekommen ist.
Davies kritisiert an einer Stelle, dass "Lokalgeschichten" gewöhnlich den "größeren politischen Rahmen" vernachlässigen (S. 89), den er augenscheinlich mit der "großen Politik" identifiziert. Deren Darstellung ist nun aber für die Zwecke einer Stadtgeschichte entschieden zu breit geraten - über weite Strecken liest sich das Buch wie ein vorwiegend an den angloamerikanischen Leser gerichtetes Korrepetitorium der mitteleuropäischen Geschichte, dessen Brauchbarkeit allerdings durch zahlreiche Verschreibungen polnischer und tschechischer Eigennamen und sachliche Irrtümer eingeschränkt ist. Breslau/Wroclaw kann gelegentlich als Schauplatz von Haupt- und Staatsaktionen auftreten (z.B. des Reichstags von 1419/20), gerät aber des Öfteren völlig aus dem Blick, wenn die Erzähler ihren Akteuren in andere Regionen folgen. Was z.B. hat der ausführlich beschriebene Tod des blinden Königs Johann von Böhmen in der Schlacht bei Crecy (1346) noch mit der Geschichte der Stadt Breslau zu tun, außer, dass sie einen neuen obersten Lehnsherrn erhielt?
Den Darlegungen der (politischen) Gesamtgeschichte der Region folgen in jedem Kapitel Abschnitte über die Einbindung der Stadt in das politische System der Zeit, wobei die Stellung Breslaus im Ständesystem des Spätmittelalters und der Frühneuzeit insgesamt konturenlos bleibt. Darauf werden jeweils die demographische und städtebauliche, kirchlich-konfessionelle, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt abgehandelt. Infolge dieses schematischen Aufbaus gelingt es nicht, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen historischen Entwicklungen herauszuarbeiten. Auch innerhalb der wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Abschnitte fehlt eine konsequente Synthese der Gesamtverläufe; z.B. tritt die Aufzählung von aus Breslau/Wroclaw stammenden oder dort tätig gewesenen Wissenschaftlern an die Stelle einer zusammenfassenden Darstellung des Universitäts- und Wissenschaftslebens der Stadt.
Überhaupt muss sich das Autorengespann fragen lassen, wie es eigentlich "Stadtgeschichte" definiert. Dass z.B. die Lebensbeschreibung prominenter Wissenschaftler und Künstler dazugehört, die zufällig in Breslau geboren wurden, aber andernorts wirkten, lässt sich anzweifeln. Offenbar implizieren die Autoren mit der ausführlichen Aufzählung solcher Persönlichkeiten so etwas wie ein spezifisches, fruchtbares soziales und kulturelles Milieu der Stadt - dessen historische Bedingungen müssen aber expliziert werden. Gerade in diesem Zusammenhang lässt sich die stadthistorisch doch wohl nicht wenig bedeutsame Frage stellen, unter welchen Umständen die Stadt entweder zum regionalen oder überregionalen Zentrum auf- oder aber zur bloßen Provinzstadt absteigt, die ihre wissenschaftliche und künstlerische Elite an eine attraktivere Metropole verliert. Für das Wroclaw der Zeit nach 1945 verweisen die Autoren auf die politischen Umstände, um seine Situation als vernachlässigte Provinzstadt zu erklären; für die Zeit nach 1871, als Breslau einen ähnlichen Bedeutungsverlust im Verhältnis zu Berlin durchmachte, bleiben sie die Antwort schuldig.
Auf soziokulturellem Gebiet ist die Darstellung unübersehbar an den Eliten und der Höhenkammkultur orientiert: Thematisiert werden die kulturellen und städtebaulichen Einflüsse von Prälaten, Patriziern und Patronen, das Proletariat dagegen bleibt auf der Strecke. Wiederum mag für die früheren Zeiten das gewichtige Problem des Quellenmangels gelten. Aber es ist kaum anzunehmen, dass sich im Breslau des 19. und 20. Jahrhunderts keine spezifische "Stadtfolklore" der Mittel- und Unterschichten entwickelt hat, wie dies auch in anderen Großstädten der Fall war. Interessant wäre nicht zuletzt zu untersuchen, ob bei dem "Transfer" von Teilen der ostpolnischen Bevölkerung und Kultur, besonders aus Lemberg, nach Wroclaw dort Elemente der im Lemberg der Vorkriegszeit blühenden Stadtfolklore überlebt haben. Oder hat sich in Wroclaw nach 1945 eine gänzlich neue Stadtkultur herausgebildet, in die Einflüsse aus allen Gebieten eingegangen sind, aus denen die neuen Bewohner stammen? Wer die entsprechenden Fragen nicht stellt, kann auch keine Antworten finden.
Weder auf kulturellem noch sozialen Gebiet führen die Autoren die ja nicht ganz originelle Metapher des "Mikrokosmos" (der Nationalitäten, Ethnien, Kulturen, Sprachen, Religionen und Konfessionen, schließlich auch der sozialen Schichten) in einen stadthistorisch fruchtbaren Ansatz über, der in einer Betrachtung des soziokulturellen Kontaktes und Austausches, so sie sich auf städtischer Ebene vollzogen, liegen könnte. Das ausschließlich additive Verfahren der Darstellung setzt dem massive Hindernisse entgegen.
Selbst als Kompendium der politischen Geschichte hat das Werk unübersehbare Schwächen. Für das 19. Jahrhundert halten die Autoren fest: "Multikulturelle Städte oder Länder waren damals noch undenkbar" (S. 300) - gerade damals waren sie im östlichen Mitteleuropa aber doch eine soziale und kulturelle Realität, deren politische Relevanz besonders nach 1848 zunehmend reflektiert wurde. Die Frage wird nicht gestellt, inwieweit das Breslau des 19. Jahrhunderts oder anderer Epochen multikulturell war, oder was Multikulturalität in der Großstadt überhaupt bedeutete.
Die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts sind ein besonderer Schwerpunkt des Buchs, das die Autoren deshalb auch mit einem "Prolog" über die Eroberung der "Festung Breslau" durch die Rote Armee 1945 beginnen. Davies folgt einer recht simplen Totalitarismustheorie; die nationalsozialistische Gewaltherrschaft wird nach konventionell-intentionalistischem Muster als Realisierung eines vorab gefassten Planes interpretiert, während in offenkundiger Unkenntnis der neueren NS-Forschung die zentrale Gemeinsamkeit zwischen dem "Dritten Reich" und dem kommunistischen System in der "Parteiherrschaft" gesehen wird (S. 463). Ein pauschaler Verweis auf den Gesamtablauf des Holocaust muss eine genauere Untersuchung der Vernichtung der jüdischen Gemeinde von Breslau vertreten; soziale Marginalisierung, Entrechtung, "Arisierung" und schließlich Deportation der jüdischen Breslauer wären aber genuine Bestandteile der Stadtgeschichte, die u.a. dahingehend zu überprüfen wären, wie die übrigen Bewohner der Stadt darauf reagierten und welche Vorteile sie aus den Enteignungen zogen. Der Verweis auf die Unwissenheit der meisten Zeitgenossen wirkt in diesem Zusammenhang unangebracht und naiv. Und endlich widerspricht die Behauptung, Stettin und Breslau seien erst durch die kommunistische Politik zu Objekten der polnischen Westausdehnung geworden, während die polnische Regierung im Exil solche weitgehenden Annexionen aus prinzipiellen Erwägungen abgelehnt habe, den seit langem bekannten Tatsachen. [6]
Was Davies als Historiker Polens und des östlichen Mitteleuropa sympathisch macht, ist seine oft ironisch gefärbte Distanz, die er zu den hergebrachten Positionen sowohl der deutschen als auch der polnischen Historiographie hält, [7] seine Suche nach einem dritten Weg jenseits nationalistischer Lehrmeinungen, der das Eigengewicht der historischen Individualität unterstreicht. Auch sein neuestes Buch zeichnet sich durch ein gerütteltes Maß an political correctness aus, wenn z.B. die einzelnen Kapitel mit aus den Quellen entnommenen, zeitgenössischen Namen der Stadt (Wrotizla, Wretslaw, Presslaw, Bresslau, Breslau, Wroclaw) überschrieben und diese Namen auch konsequent im Text verwendet werden. Nur ist damit allein noch kein methodisches Rüstzeug für die Annäherung an vergangene Epochen gewonnen; seine Absicht der historischen Einfühlung durch Quellennähe konterkariert Davies geradezu durch die absurde Praxis, auch noch in den häufigen und ausführlichen Quellenzitaten den tatsächlich verwendeten Namen durch den in dem jeweiligen Kapitel benutzten zu ersetzen. Überhaupt ist es mit der Quellennähe so eine Sache; Vorgänge in Breslau und andernorts werden eher mit Artikeln aus der Times als aus der Schlesischen Zeitung belegt, und auch englischsprachige Reiseführer sind ein von Davies bevorzugter Informationsfundus. Man mag das als erfrischende Außenperspektive gutheißen.
Es wäre unangemessen, ein Werk vorwiegend durch die kritische Brille des urban historian zu sehen, das so offenkundig keinen Anschluss an sozialgeschichtliche Fragestellungen sucht, sondern sich als populärgeschichtliche Überblicksdarstellung darbietet. Beides - eine aktuelle wissenschaftliche Synthese als auch eine wissenschaftlich fundierte populäre Geschichte der Stadt Breslau/Wroclaw - bleibt leider auch nach dem Erscheinen des Buches von Davies und Moorhouse ein Desiderat. Wer sich nicht an Davies' kompilativem Stil und seiner Vorliebe für kuriose Anekdoten stößt, mag das Buch immer noch mit Gewinn als oft unterhaltsame Einführung in die politische Geschichte Mitteleuropas lesen, obwohl andere Werke sicher zuverlässiger informieren. Ob darin alte Breslauer und heutige Wroclawer ihre Stadt wiederfinden, sei dahingestellt. Wir wissen nicht, ob wenigstens der Wroclawer Stadtpräsident Gefallen an dem Buch findet.
Anmerkungen:
[1]. Norman Davies, God's Playground. A History of Poland. 2 Bde. (Oxford u.a.: Clarendon Press, 1981); ders., Europe. A History (Oxford u.a.: Oxford University Press, 1996); ders., The Isles. A History (Oxford u.a.: Oxford University Press, 1999).
[2]. Norman Davies and Roger Moorhouse, Microcosm. Portrait of a Central European City (London: Jonathan Cape, 2002). Eine polnische Fassung (Mikrokosmos. Portret miasta srodkowo-europejskiego. Wroclaw, Breslau, Vratislavia, Krakow: Znak, 2002) ist gleichzeitig mit der deutschen Übersetzung erschienen.
[3]. Davies, God's Playground, hier zitiert nach dem Reprint 1985, S. XIII.
[4]. In den Anmerkungen fehlt ein Hinweis auf Oskar Pusch, Die Breslauer Rats- und Stadtgeschlechter in der Zeit von 1241 bis 1741. 5 Bde. (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Reihe B, 41, Dortmund: Forschungsstelle Ostmitteleuropa, 1986-1991). Dies ist bei weitem nicht die einzige eklatante Fehlstelle, die an der Quellen- und Literaturgrundlage zu bemängeln wäre.
[5]. Hierzu z.B. Wieslaw Bokajlo, Proces narodowosciowej transformacji Dolnoslazakow do poczatkow XX wieku [Der Prozess der nationalen Transformation der Niederschlesier bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts] (Acta Universitatis Wratislaviensis 1576, Wroclaw: Wydawnictwo Uniwersytetu Wroclawskiego, 1993).
[6]. Bereits das Memorandum des Chefs der polnischen Regierung im Exil, Wladyslaw Sikorski, vom Dezember 1942 implizierte die Forderung nach einer Verschiebung der polnischen Westgrenze zur Lausitzer Neiße; siehe Sarah Meiklejohn Terry, Poland's Place in Europe. General Sikorski and the Origin of the Oder-Neisse Line, 1939-1943 (Princeton, N.J.: Princeton University Press, 1983), S. 109-112. Im Westbüro, einer Planungsinstitution des der Regierung im Exil unterstellten polnischen Untergrundstaates, wurde ebenfalls die sogenannte "Linie A" als Ausdehnung bis zur Oder und westlichen Neiße gehandelt; eine Karte dazu bei Antony Polonsky (Hg.), The Great Powers and the Polish Question 1941-1945. A Documentary Study in Cold War Origins (London: Orbis, 1976), S. 39.
[7]. Leider ist bei der Übersetzung ein guter Teil dieser Ironie verloren gegangen. Auch ansonsten ist die Übersetzung nicht immer einwandfrei; als eines unter vielen Beispielen stimmen die auf S. 577-579 zitierten Auszüge aus einem Gedicht von Tadeusz Rozewicz im polnischen Original und deutscher Übersetzung nicht überein.
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Citation:
Andreas R. Hofmann. Review of Davies, Norman; Moorhouse, Roger, Die Blume Europas: Breslau - Wroclaw - Vratislavia. Die Geschichte einer mitteleuropäischen Stadt.
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August, 2002.
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