Die Begegnung mit Fremden in ihrer Bedeutung für das Geschichtsbewusstsein. Mainz: Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz, 22.07.2010-24.07.2010.
Reviewed by Malgorzata Maksymiak
Published on H-Soz-u-Kult (September, 2010)
Die Begegnung mit Fremden in ihrer Bedeutung für das Geschichtsbewusstsein
Das internationale Kolloquium „Die Begegnung mit Fremden in ihrer Bedeutung für das Geschichtsbewusstsein“ eröffnete einen neuen, bisher kaum beachteten Zugang zu der Komplexität der Begegnung mit Fremden. Anders als die Debatten der letzten zwei Jahrzehnte, die primär den Umgang mit dem Fremden, seine Inklusion und Exklusion, in den Blick nahmen, lenkte das Kolloquium die Aufmerksamkeit auf das interdependente Verhältnis zwischen der Erfahrung der Begegnung mit Fremden und dem Geschichtsbewusstsein.
Das dreitägige Kolloquium, zu dem sich deutsche und ausländische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am Institut für europäische Geschichte (IEG) in Mainz einfanden, wurde von HEINZ DURCHHARDT (Mainz) eröffnet. Das Kolloquium war die zweite Veranstaltung, die im Rahmen des Schwerpunktthemas des IEG „Europa und die Welt“ stattfand.
Um „Europa und Welt“ geht es auch der neuen am IEG angesiedelten, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nachwuchsgruppe, die JUDITH BECKER (Mainz) als Leiterin des Projekts vorstellte. In verschiedenen Forschungsvorhaben gehen die Nachwuchswissenschaftler „Transfer und Transformation der Europabilder evangelischer Missionare im Kontakt mit dem Anderen, 1700–1970“ nach und erforschen so die Bedeutung der evangelischen Missionen für die Konstruktion des Europabildes.
Anschließend führte BETTINA BRAUN (Mainz) in das Thema des Kolloquiums ein. Es thematisiere nicht die Auseinandersetzung mit Alterität im Allgemeinen, sondern die Begegnung mit fremden Menschen infolge einer Wanderungsbewegung. Diese Fremden können national oder ethnisch, aber auch religiös fremd sein. Im Unterschied zur Soziologie, die sich vor allem für die Frage von Inklusion und Exklusion von Fremden interessiert, gelte das Hauptaugenmerk der Tagung der Frage, welche Bedeutung der Begegnung mit Fremden für die Deutung der eigenen kulturellen Vergangenheit und Gegenwart, ja für die eigenen Zukunftserwartungen zukam.
Das Kolloquium begann mit zwei Grundsatzreferaten zu theoretischen Ansätzen der Erforschung des Themenkomplexes Fremdheit und Geschichtsbewusstsein. RUDOLF STICHWEH (Luzern) präsentierte aus soziologischer Sicht fünf Muster für den Umgang von Gesellschaften mit Fremden. In all diesen Mustern, so Stichweh, ist einerseits eine ausschließende und grenzziehende Selbstbeschreibung auszumachen. Andererseits kommen hier Selbstbeschreibungen zum Vorschein, die positiv gesellschaftliche Identitäten prägen. Die Bedeutung der Begegnung mit Fremden für das Geschichtsbewusstsein, das ja eine Form der Selbstbeobachtung darstelle, variiere nun je nach dem Muster des Umgangs mit Fremden.
Eine Konzeptionalisierung des Umgangs mit dem Fremden nahm auch der Theologe THEO SUNDERMEIER (Heidelberg) vor. Er kategorisierte zunächst die Wahrnehmung von Fremden in traditionellen Kleingesellschaften. Demnach seien die Fremden außerhalb des eigenen Territoriums entweder Feinde oder potenzielle Sklaven. Auch Händlern begegne man dort als Fremden. Die dritte Kategorie des Fremden sei der Gast, der dem Gastrecht unterliegt. Demzufolge gebe es auch unterschiedliche Modelle von Umgangsweisen mit Fremden: das Modell der Alterität, das Modell der Komplementarität und das Gleichheitsmodell. Im Weiteren wies Sundermeier auf Modelle im Umgang mit Fremdtexten in der Literaturwissenschaft hin, um sodann einen eigenen Vorschlag zum Umgang mit dem Fremden zu unterbreiten, nämlich das Vertrauen des Fremden zu gewinnen, indem man ihn fremd sein lässt.
Nach der anschließenden Diskussion zu Ursprüngen solch spezifischer Modifikationen im Umgang mit dem Fremden eröffnete MARET KELLER (Heidelberg) mit ihrem Vortrag über die Andenbevölkerung im frühen 17. Jahrhundert die erste Sektion des Kolloquiums „Der Fremde im eigenen Land“. Die Begegnung mit Fremden während der europäischen Eroberung Amerikas in der frühen Neuzeit, argumentierte Keller, veränderte zwangsläufig das Weltbild sowohl der Eroberer als auch der Eroberten. So zeichnete der baskische Mönch und Historiograph Martin de Murúa in seiner Historia General del Peru ein sehr positives Bild der Inka, während die zeitgenössische indigene Andenbevölkerung erst durch die spanischen Eroberer auf den Weg zum Heil verwiesen wurde. Murúas Zeitgenosse, der indigene Historiograph Felipe Guaman Poma de Ayala, bemühte sich dagegen in seiner Primer Nueva Corónika y Buen Gobierno, die Geschichte seines Volkes in die Weltgeschichte zu integrieren und die andynen Mythen und Zeitvorstellungen mit dem europäischen Weltbild, der biblischen Überlieferung und der europäischen Geschichte zu verbinden.
Im folgenden Vortrag zur Historiographie der Nahuas thematisierte ANJA BRÖCHLER (Köln) die Transformation der indigenen historischen Überlieferung im Zuge der Begegnung mit den spanischen Eroberern im frühen 16. Jahrhundert. Während die historische Überlieferung der Nahuas in der präkolumbischen Ära auf Piktographie und oraler Überlieferung basierte, arbeiteten die Historiographen der kolonisierten Nahuas mit lateinischer Schrift und Bildern. Gerade die bildliche Darstellung der indigenen Geschichte stelle, so Bröchler, eine wichtige Dimension der textuellen Repräsentation der indigenen kolonialen Geschichtsschreibung dar. Dies machte die Referentin deutlich anhand ausgewählter Beispiele aus dem zwölften Buch des Florentiner Kodex (1578-80), in dem die spanische Eroberung in der Sprache der Nahuas, in der spanischen Übersetzung und in Bildern dargestellt wird.
Der erste Tag des Kolloquiums endete mit der Vorführung des Films Endstation der Sehnsüchte im CineMayence, der sich ein Gespräch mit der Regisseurin Sung-Hyung Cho, der Filmkritikerin Heike Kühn und dem Ostasienexperten Hans Dieter Ölschleger (Bonn) anschloss.
Mit zwei weiteren Vorträgen zur Sektion „Der Fremde im eigenen Land“ begann der zweite Tag des Kolloquiums. JAN P. J. VIG (Stockholm) wandte sich in seinem Beitrag der Entstehung der modernen Historiographie in China zu. Er datierte den Anfang der modernen chinesischen Geschichtsschreibung auf die 1920er-Jahre und identifizierte die Motivation zu ihrer Etablierung in dem Bedürfnis, eine nationale Geschichte Chinas zu schreiben. Die Träger dieser neuen historiographischen Idee, so Vig, waren im Westen ausgebildete chinesische Historiker, die die moderne chinesische Historiographie als Widerstand gegen die von westlichen Fremden betriebene Sinologie und gegen die im Westen etablierte wissenschaftliche Praxis verstanden.
ENO IKPE (Lagos) präsentierte im folgenden Beitrag die Wahrnehmung und Imaginierung der Europäer unter den Ibibo, einer ethnischen Minorität im Südosten Nigerias. Die Begegnung mit schottischen und irischen Missionaren, die Ende des 19. Jahrhunderts in das Land der Ibibo kamen, hinterließ im historischen Gedächtnis der Ibibo zweierlei Spuren, betonte die Referentin. Zum einen wurden die Europäer als „mbkara“, das heißt als Herrscher, bezeichnet, zum anderen wurden sie als Helfer in der Bekämpfung von „obnoxious cultures“, wie zum Beispiel Menschenopfern oder Zwillingsmord, willkommen geheißen. Bis heute, so Ikpe, betrachten die Ibibo die Europäer nicht zwangsläufig als Kolonisatoren, wie das in den meisten Narrativen zum europäischen Imperialismus in Afrika zu finden ist. Vielmehr schätzten sie die Begegnung mit europäischen Missionaren, denen sie die Befreiung von den „obnoxious cultures“ verdankten.
Die zweite Sektion des Kolloquiums, die mit „Fremd im anderen Land“ überschrieben war, wurde mit dem Beitrag von JUDITH BECKER (Mainz) eröffnet. Die Referentin fragte nach den Zukunftserwartungen der Missionsbewegung bei der Christianisierung fremder Völker und nach der Bedeutung der Begegnung mit den zu christianisierenden Fremden für das Geschichtsbewusstsein der Missionare. Ihre Ausführungen beruhten auf der Analyse des Evangelischen Heidenboten (1828-1840), des Periodikums der Basler Missionsgesellschaft. Das Welt- und Geschichtsbild der Missionare, betonte Judith Becker, sei geschlossen gewesen und der Naherwartung untergeordnet. So wurden zum Beispiel sowohl die Erfolge als auch die Misserfolge der Mission mit der nahenden Endzeit erklärt. Lediglich lang andauernde Misserfolge der Missionare hätten zu Brüchen in dem geschlossenen Welt- und Geschichtsbild geführt.
Die Missionen der Basler Missionsgesellschaft waren auch das Thema des folgenden Beitrags. HACIK RAFI GAZER (Erlangen) führte aus, dass sich die Schweizer Missionare unter den Armeniern im kaukasischen Schuschi vor allem auf die Gründung von Schulen mit armenischer Unterrichtssprache, den Aufbau einer Druckerei, die Organisation der medizinischen Versorgung für die Armenier und die Missionierung unter den Moslems von Schuschi konzentrierten. Diese klassischen Tätigkeiten der Missionare, so Gazer, hätten trotz Abbruch der Mission der Basler Missionsgesellschaft im Kaukasus um 1840 eine langfristige Wirkung gezeitigt: Sie lieferten eine gute infrastrukturelle Basis für die sich im späten 19. Jahrhundert etablierenden Evangelisch-Armenischen Kirchengemeinden im Kaukasus.
Mit seinem Beitrag zur Vita von Joseph Ha-Kohen (1496- nach 1577) präsentierte CARSTEN SCHLIWSKI (Köln) einen jüdischen Historiographen im Exil, den das Leben in der Fremde zu seiner Tätigkeit als Geschichtsschreiber motivierte. Der in Avignon geborene Historiograph entstammte einer sephardischen, 1492 aus Spanien vertriebenen Familie und ließ sich nach vielen Umwegen schließlich in Genua als Arzt nieder. Seiner spanischen Herkunft bewusst, schöpfte Ha-Kohen gerade aus der Vertreibung der Juden aus Spanien seine Hauptmotivation für das Verfassen seiner Werke (Divrei Ha-Yamim, Ssefer Emek Ha-Bahar, Mezif Tmunoth Ha-Amim), in denen der Umgang der christlichen und muslimischen Welt mit den Juden im Mittelpunkt steht.
Mit ihrem Vortrag zur „Wiederentdeckung“ des „Ostjudentums“ im Ersten Weltkrieg setzte KERSTIN ARMBORST-WEIHS (Mainz) das Thema der jüdischen Europäer als Fremde fort. Die Referentin präsentierte den Fall von Sammy Gronemann, eines Rechtsanwalts und Zionisten der ersten Stunde, der an der Ostfront gedient hatte und mit seinem sechs Jahre nach dem Krieg veröffentlichten Buch Hawdoloh und Zapfenstreich die Vorurteile gegen die „ostjüdische“ Welt abbauen wollte. Jedoch handle es sich hier um eine zionistische Haltung, die kaum Einfluss auf die allgemeine westeuropäische jüdische Welt gehabt habe. Eine allgemeine Neuinterpretation der jüdischen Geschichte nach der Begegnung mit den „Ostjuden“ fand, so die Referentin, nicht statt.
Die Historiographie der Hugenotten in Deutschland vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war das Thema des letzten Beitrags dieser Sektion. VIVIANE ROSEN-PREST (Paris) analysierte den Wandel im Narrativ der hugenottischen Historiographie in Deutschland. Sie präsentierte Lob und Dank an den brandenburgischen Kurfürsten im Werk von Charles Ancillon vom Ende des 17. Jahrhunderts, zeigte die Identitätskrise in der hugenottischen Kolonie, wie sie die Historiographen Jean-Pierre Erman und Pierre Frederic Reclam gegen Ende des 18. Jahrhunderts zeichneten, ging auf das Werk von Max Beheim-Schwarzbach aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein und schloss mit der Vorstellung des Buches von Henri Tollin, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Mythen und Legenden in der historiographischen Überlieferung der Hugenotten in Deutschland abzubauen.
Der folgende Beitrag von SIMON MILLS (London) eröffnete die dritte und letzte Sektion des Kolloquiums, die „Rezeptionen von Erfahrungen mit Fremden“ gewidmet war. Mills thematisierte die Aktivitäten der englischen Geistlichen, die im Auftrag der English Levant Company im 17. Jahrhundert in den Nahen Osten reisten, dort als Geistliche tätig waren und gleichzeitig Informationen über die Ostkirche, den Islam und die Samariter sowie über die Kultur und Sprachen dieser Region sammelten. In ihrer Auseinandersetzung mit der neuen Umgebung suchten sie ihre Gelehrsamkeit mit Reiseeindrücken zu verbinden und in der Deutung des biblischen Textes anzuwenden. Den Prozess des historischen Verstehens der Bibel erörterte der Referent anhand von Beispielen aus dem Leben und den Schriften von John Luke (1633/34-1702) und Henry Maundrell (1665-1701).
Über die Beduinen als „Heroen der Wüste und Kulturzerstörer“ sprach FELIX WIEDEMANN (Berlin). In seinem Beitrag problematisierte Wiedemann die ambivalente Wahrnehmung der arabischen Wüstennomaden in der deutsch- und englischsprachigen Reiseliteratur des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So stand der Beduine einerseits für die Verneinung des europäischen Materialismus, andererseits wurde er auch als Vertreter der „ursprünglichen“ arabischen Kultur und einer „reinen“ semitischen Rasse angesehen. Die mediale Repräsentation der Beduinen in Europa stelle einen ganzen Komplex von Selbst- und Alteritätswahrnehmungen dar, die mit dem Begriff „Othering“ allein nicht wiedergegeben werden können.
Die europäische Wahrnehmung der außereuropäischen Welt war auch das Thema der nächsten Präsentation. JEFFREY JAYNES (Ohio) thematisierte die Imaginierung der christlichen Gemeinden in Afrika, wie sie in den Narrativen der europäischen kosmographischen Werke der Frühen Neuzeit zum Ausdruck kam. In seinen Beispielen, die von Bernhard Breydenbach bis zu dem Konvertiten Leo Africanus reichten, machte Jaynes deutlich, dass das frühneuzeitliche Wissen über die christlichen Glaubensgenossen in Afrika aus einer eigenartigen Mischung von Polemik, Legende und Beobachtung bestand und letztlich die afrikanischen Christen als „Andere“ stigmatisierte.
In seinem Vortrag über die Repräsentationen der Fremden in Kunst- und Wunderkammern präsentierte DOMINIK COLLET (Göttingen) die frühneuzeitlichen Museen als Räume, in denen das Fremde und das Eigene inszeniert und performativ dargestellt wurde. Am Beispiel der Sammlungen des Schlosses in Gotha zeigte er, dass die Ausstellung der Objekte das Eigene und das Fremde nicht weniger subjektiv darstellte als zum Beispiel die Literatur. Außerdem seien in den Sammlungen der Kunst- und Wunderkammern durchaus Parallelen zwischen der europäischen Wahrnehmung der eigenen Vergangenheit und der Wahrnehmung des kolonialen Raums auszumachen, die den „exotischen Fremden“ und den „historischen Fremden“ gleichstellen. Die Fremdheit der entlegenen kolonialen Räume, so Collet, sei in Frage gestellt und der Heilsgeschichte zugeordnet worden.
Inwiefern die Begegnung mit dem Fremden eine Bedingung für das Entstehen eines Geschichtsbewusstseins darstellt, fragte im folgenden Beitrag WALTER JAESCHKE (Bochum) in Bezug auf Hegels Auseinandersetzung mit dem Orient. Er erinnerte daran, dass der Orient am Beginn des Hegelschen Geschichtsdenkens nicht vorkommt. Mehr noch: Der Hegelsche Begriff der Geschichte sei nicht im Kontext der Weltgeschichte, sondern in dem der Philosophie des Geistes entstanden. Der Orient spielte dennoch eine wichtige Rolle in Hegels Philosophie: Die Erkenntnis der fremden Kulturen des Orients ist laut Hegel unverzichtbar für die Selbsterkenntnis des Geistes. Außerdem sei in der Begegnung mit dem Fremden die Erkenntnis der geistigen Einheit mit ihm genauso verborgen wie die Erkenntnis, dass die Geschichte Entwicklungsform des Geistes sei. Dennoch, so das Hauptargument von Jaeschke, sei die Begegnung mit dem Fremden für Hegel eine wichtige, aber nicht hinreichende Bedingung für die Entstehung des Geschichtsbewusstseins.
An Jaeschkes These schloss sich WOLFGANG REINHARD (Freiburg im Breisgau) in seinem Kommentar zu der Tagung an. Auch ihm zufolge ist die Erfahrung des Fremden nicht hinreichend für die Entstehung des Geschichtsbewusstseins, wenn auch von Bedeutung für seine Ausprägung. Im Weiteren merkte er an, dass alle Vorträge der Tagung den Themenkomplex Geschichtsbewusstsein und die Begegnung mit Fremden in Bezug auf bestimmte Gruppen behandelt hätten, während das Geschichtsbewusstsein der Gesamtgesellschaft oder der Masse außer Acht geblieben sei. Diese Unausgewogenheit begründete er mit der „soft power“ des herrschenden Geschichtsbewusstseins und der „hard power“ des Nationalstaates. Er schlug vor, die Fremdheit genauso wie die Identität als multipel und graduell aufzufassen.
Konferenzübersicht:
Begrüßung (Heinz Duchhardt, Mainz)
Präsentation der BMBF-geförderten Nachwuchsgruppe: Transfer und Transformation der Europabilder evangelischer Missionare im Kontakt mit dem Anderen, 1700–1970. Geisteswissenschaftliche Nachwuchsgruppe: Europa von außen gesehen (Judith Becker, Mainz)
Einführung (Bettina Braun, Mainz)
Grundsatzreferate
Die Begegnung mit Fremden und die Selbstbeobachtung von Gesellschaften (Rudolf Stichweh, Luzern)
Begegnung mit dem Fremden. Plädoyer für eine Hermeneutik des Vertrauens (Theo Sundermeier, Heidelberg)
Sektion I: Der Fremde im eigenen Land
Geschichte und aktueller Status der indigenen Andenbevölkerung in den Chroniken M. Murúas (1616) und G. P. Ayalas (1615) (Maret Keller, Heidelberg)
Bilder/Schreiben/Geschichte: Die Conquista im Geschichtsbewusstsein der Nahuas im kolonialen Mexiko (Anja Bröchler, Köln)
Those obnoxious cultures: European encounters with Ibibio people of eastern Nigeria (1880-1960) (Eno Ikpe, Lagos)
Film „Endstation der Sehnsüchte“. Kommentar: Sung-Hyung Cho, Regisseurin des Films; Heike Kühn, Filmkritikerin; Hans Dieter Ölschleger, Universität Bonn
Discovering history in China (Jan P.J. Vig, Stockholm)
Sektion II: Fremd im anderen Land
Die Christianisierung fremder Völker - ein Zeichen für die nahende Endzeit? (Judith Becker, Mainz)
Die Basler Missionsgesellschaft in Schuschi (Arzach/Karabach) 1824-1838. Begegnung der Armenier mit den deutschen Missionaren aus der Schweiz (Hacik Rafi Gazer, Erlangen)
Joseph ha-Kohen (1496-1577) als Historiograph im Exil (Carsten Schliwski, Köln)
Westjüdische Wahrnehmungen jüdischer Lebenswelten im Osten (Kerstin Armborst-Weihs, Mainz)
Willkommene Fremde? Hugenottische und deutsche Geschichtsschreibung über Franzosen im deutschen Refuge, 17.-19. Jahrhundert (Viviane Rosen-Prest, Paris)
Sektion III: Rezeptionen von Erfahrungen mit Fremden
The Chaplains to the English Levant Company: Exploration and biblical scholarship in 17th and 18 th century England (Simon Mills, London)
Heroen der Wüste und Kulturzerstörer. Zur Repräsentation der Beduinen in kulturhistorischen Narrativen des 19. Jahrhunderts (Felix Wiedemann, Berlin)
African Christians, Christians visiting Africa: the Early Modern Narrative Cosmographics from Breydenbach to al-hassan Ibn Muhammad al-Wazzan (Leo Africanus) (Jeffrey Jaynes, Ohio)
Von der exotischen zur historischen Fremdheit. "Fremde Dinge" in Kunst- und Wunderkammern (Dominik Collet, Göttingen)
Vom ruhigen Ufer der Selbstsucht zur Selbsterkenntnis des Geistes. Hegels Begegnung mit den Kulturen des Orients (Walter Jaeschke, Bochum)
Schlusskommentar (Wolfgang Reinhard, Freiburg/Br.)
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Malgorzata Maksymiak. Review of , Die Begegnung mit Fremden in ihrer Bedeutung für das Geschichtsbewusstsein.
H-Soz-u-Kult, H-Net Reviews.
September, 2010.
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