Klaus Große Kracht. Die zankende Zunft: Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2005. 224 S. EUR 19.90 (paper), ISBN 978-3-525-36280-8.
Reviewed by Georgi Verbeeck (Universiteit Maastricht)
Published on H-German (April, 2006)
In einem Rückblick auf den damaligen "Historikerstreit", eine der heftigsten historischen Debatten in der alten Bundesrepublik, schrieb der deutsch-jüdische Publizist Rafael Seligmann bewertend: "Dies war der Startschuss des so genannten Historikerstreits, an dem sich jeder dazu berufene geschichtskundige--und wer fühlt sich nicht als solcher--Journalist, Publizist, Politologe, Philosoph und last not least Historiker beteiligte. Dabei war es vielen 'Debattierern' nicht in erster Linie darum zu tun, die Vergangenheit möglichst unvoreingenommen zu untersuchen. Das Ziel der meisten Beiträge ... war vielmehr, ihre ohnehin festgefügte Weltanschauung durch eine subjektive Selektion historischer Beispiele zu 'beweisen'. Nur selten hörte und las man in dieser verbissenen Auseinandersetzung um Objektivität bemühte Stimmen.... Nach wenigen Monaten erstarb die Auseinandersetzung. Um eine 'Debatte' hatte es sich nicht gehandelt. Denn den Kontrahenten war es nicht darum gegangen, die eigenen Erkenntnisse zur Diskussion zu stellen und dabei auch von anderen zu lernen, womöglich den eigenen Standpunkt zu revidieren. Sie wollten vor allem möglichst viele Unbeteiligte von der eigenen Sichtweise überzeugen.... So ist der Historikerstreit Beispiel für das Fehlen einer Streitkultur in Deutschland, wo man nach wie vor lieber kämpft als debattiert."[1]
Seligmann gibt hiermit eine allgemeine Vorstellung vieler Deutscher wieder, die vom Fehlen einer echten Debattenkultur in Deutschland sprechen. Ausländische Beobachter sehen dies zum größten Teil weniger pessimistisch. Klaus Große Kracht, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam arbeitet, hat ein wertvolles Buch geschrieben, in dem er eine Übersicht über die historischen Debatten in Deutschland seit 1945 gibt. Große Kracht ist vor allem am sozialen und politischen Kontext, in dem die fachhistorischen Debatten geführt worden sind, interessiert. Dabei richtet er sein Augenmerk vor allem auf die Rolle der Medien beim Verbreiten neuer kontroverser Einsichten. Die Medien erfüllen eine bedeutende Funktion als gatekeeper gegenüber einer breiten Öffentlichkeit und sie betreiben oftmals ein bewußtes agenda setting. Mit anderen Worten, sie treten als eine Art Filter zwischen der Arbeit des professionellen Historikers und dem interessierten Leserpublikum von historischen Büchern auf.
Damit eine historische Kontroverse eine mediale und öffentliche Dimension bekommt, müssen, dem Autor zufolge, drei Voraussetzungen gegeben sein: 1. der "Aktualitätsbezug", 2. die "kommunikative Anschlußfähigkeit" und 3. die "Moralisierungsfähigkeit". Hinsichtlich des ersten Punktes ist es notwendig, daß neue historische Erkenntnisse an ein aktuelles Ereignis anschließen. Dies geschieht zum einen beispielsweise durch Veröffentlichungen, die neue Aspekte oder Fakten enthalten und zum anderen durch die periodisch begangenen Jahrestage, die immer mehr als Medienereignis in Erscheinung treten. Fehlt der aktuelle Gegenwartsbezug, läßt er sich mit Hilfe der Medien erfinden. Die kommunikative Anschlußfähigkeit setzt vorhandene historische Kenntnisse bei einem breiten Publikum voraus. Themen der Zeitgeschichte eignen sich dafür besonders gut. Sie können jederzeit an die Erinnerungen und die konkrete Lebenswelt von Zeitgenossen anschließen. Der dritte und letzte Punkt beinhaltet den normativen Charakter bestimmter historischer Themen, der eine Be- und Verurteilung ermöglicht.
Die Erforschung der Zeitgeschichte geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern ist als öffentliche Streitgeschichte im Überschneidungsfeld von Expertendiskurs und massenmedialen Publikum angesiedelt. Verschiedene Beispiele solcher massenmedial ausgetragenen Kontroversen werden in einem knappen Überblick von sechs Kapiteln vorgestellt. Große Kracht fängt mit einer Archäologie der Streitkultur in der Bundesrepublik an.[2] Nach den ersten Versuchen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Antwort auf die "deutsche Katastrophe" (Meinecke) zu finden, waren die fünfziger Jahre zunächst von einer "gewissen Stille" (S. 16) im Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte geprägt. In beiden deutschen Nachfolgestaaten des Dritten Reiches herrschte ein "kommunikatives Beschweigen" (S. 16) in Bezug auf die notwendige kritische Bewertung der gemeinsamen nationalen Vergangenheit. Während in der DDR jedoch ein parteilich gebundenes Forschungsklima errichtet wurde, die den freien Meinungsstreit durch einen neuen Zwang zum Konsens ersetzte, entwickelten sich in der frühen Bundesrepublik hingegen Ansätze zu einer demokratischen Streitkultur im Umgang mit der jüngeren Vergangenheit.
Die erste große Debatte erlebte die westdeutsche Zeitgeschichtsforschung Anfang der sechziger Jahre mit der "Fischer-Kontroverse" um die Kriegszielpolitik des deutschen Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg. Heftig wurden die Kriegsziele und Kriegsverantwortung und vor allem die Kontinuität vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg und damit vom Kaiserreich zum Nationalsozialismus diskutiert. Die Kontroverse blieb zunächst auf die engen Foren der Expertenöffentlichkeit beschränkt, erreichte aber bald die Massenmedien und wurde vom Expertenstreit rasch zum Streit um die Gunst des breiteren Publikums. Interessanterweise wurde die Diskussion um die Thesen Fischers weitergeführt und wandelte sich in eine allgemeine Auseinandersetzung um die deutsche Zeitgeschichte, wobei eine weit ausgreifende Faschismuskritik eine wichtige Rolle spielte. Große Kracht stellt fest, daß der kritische Zeitgeist der sechziger Jahren und der Aufstieg der systematischen und theoriegeleiteten Sozialwissenschaften zunehmend zu neuen dogmatischen Stellungnahmen in der öffentlichen Debatte führten.
Der große "Historikerstreit" der in den Jahren zwischen 1986 und 1988 geführt wurde, kann in vielerlei Hinsicht als eine "Musterdebatte" angesehen werden. In der Geschichte zahlreicher historischer Debatten, die in der Bundesrepublik bekannt wurden, erfüllte diese Frage eine Art Scharnierfunktion. Einerseits kamen ältere historiografische Gegensätze zusammen und andererseits wurden Themen auf die Tagesordnung gesetzt, die später den Inhalt vieler Diskussion bildeten. Zentrale Themen dieser Kontroverse waren die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenverfolgung und der Vergleich mit dem stalinistischen Terror (Nolte), der Kampf an der Ostfront (Hillgruber und Hildebrand) und die Notwendigkeit eines identitätsstiftenden Geschichtsbildes für den westdeutschen Staat (Stürmer). Die Kritiker der sogenannten "Revisionisten" wurden von Jürgen Habermas angeführt.
Die Debatte wurde von gegenseitigen Schuldzuweisungen und Unterstellungen begleitet--meist in der Form von Leserbriefen in Zeitungen und Zeitschriften. Dazu kamen längere Aufsätze in Fachzeitschriften, die vom allgemeinen Publikum nicht so leicht wahrgenommen werden konnten. Hier schrieben Historiker mit dem Bemühen, den Streit zu versachlichen. Dies alles geschah vor dem Hintergrund der Museumsgründungen in West Berlin und Bonn, vorangetrieben vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Auch die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Zusammenbruchs des Dritten Reiches war Bestandteil der Debatte. Kontrovers diskutiert wurde auch der Besuch des US-Präsidenten Ronald Reagan am deutschen Soldatenfriedhof in Bitburg.
Der Historikerstreit fand Mitte der 80er in einem politischen Klima statt, das von Kritikern als "Wende" zu neokonservativen und deutsch-patriotischen Werten betrachtet wurde. Den Begriff "Viererbande" (gemeint sind die von Habermas vier angegriffenen Historiker) warf Elie Wiesel in die Runde. Die angegriffenen Historiker (unterstützt durch den Publizisten Joachim Fest) wiederum versuchten liberale Historiker als "linke Aufklärer" abzuwerten und Habermas zu deren Sprecher zu erheben. Die tonangebenden liberalen Historiker jedoch nahmen ihre Fachkollegen Andreas Hillgruber und Klaus Hildebrand vor Jürgen Habermas und Rudolf Augstein mit unterschiedlicher kritischer Distanz in Schutz. Sie setzten sich mit Michael Stürmer politisch auseinander und stellten Ernst Nolte mit sachlichen Argumenten ins fachliche Abseits. Im "Historikerstreit" ging es vor allem um die nationale deutsche Identität, um das Geschichtsbewußtsein, um den Versuch der Beschwörung des nationalen Konsens in Deutschland und um die Entsorgung der dazu nicht passenden Vergangenheit.
Letztendlich war es ein Streit zwischen zwei Gruppen von "Nationalisten". Auf der einen Seite standen die gewöhnlich als "neokonservativ" titulierten Revisionisten, die wahrscheinlich aufgrund einer überkommenen Auffassung von Nation als Abstammungs- und Schicksalsgemeinschaft eben jene von Negativem reinigen wollen. Denn die Anerkennung der von Deutschen begangenen Verbrechen widerspricht der Narzißtischen Identifikation mit der deutschen Nation. Auf der anderen Seite stehen im Wesentlichen die linksliberalen "Verfassungspatrioten", deren Staats- und Gesellschaftsverständnis in wesentlichen Punkten auf den Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus aufbaut. Den Versuchen rechtsnationaler Geschichtsklitterung setzte Habermas konsequent die nationale Identität durch "Auschwitz" entgegen, so einige Beobachter der Kontroverse. Noch besser läßt sich die zentrale Bedeutung der nationalen Identitätsdimension verstehen, wenn man sich--immer mit dem Historikerstreit im Hinterkopf--der Goldhagendebatte widmet. Goldhagen wurde nämlich recht wenig wegen der fachlichen Mängel seines Buches kritisiert, als vielmehr deswegen, weil er deutsche Täter "Deutsche" nannte, wo auch die linksliberalen Kritiker aus der Zeit des Historikerstreits nicht mehr mitgehen konnten.
Der "Historikerstreit" war eine mit z. T. fachhistorischen Mitteln ausgetragene Debatte über das Selbstverständnis der Bundesrepublik als Staat/Nation, in welcher sich Grundkonfliktlinien eben jenes Verständnisses widerspiegelten. Und sicher nicht zufällig fand die Kontroverse in den Jahren der "geistig-moralischen Wende" nach dem Amtsantritt von Bundeskanzler Kohl statt. Es ging in der Debatte um Fragen der politischen Kultur sowie um den Kampf um die "kulturelle Hegemonie" in der Bundesrepublik.
Der "Historikerstreit" bestand aus einer Aneinanderreihung von Debatten mit zumeist unklaren Positionen. Er war in dieser Form insofern nicht zu erwarten, als das linke und liberale Intellektuelle auffallend "pro-westlich" auftraten und für ein Status quo plädierten. Ihr Verfassungspatriotismus konnte die Rückkehr des ethnischen Nationalismus in Europa nicht verhindern. Die Einzigartigkeit des Holocaust wurde selbst von Historikern verteidigt, die in anderen Kontexten eine strukturalistische und vergleichende Herangehensweise befürworteten. Historiker wie Wehler und Kocka, die konservative Kontrahenten in den 80ern scharf kritisiert hatten, mußten sich Jahre später den Vorwurf gefallen lassen, sich zu wenig mit ihrem eigenen intellektuellen Erbe auseinandergesetzt zu haben. Schließlich basierte die sozialgeschichtliche Tradition, die die beiden unter anderen vertraten, auf der nationalsozialistischen Volkskunde.
Die Forderung, mit den Tabus aufzuräumen, kam diesmal von den Konservativen. Sie fanden ihre Position durch die Ereignisse von 1989 bestätigt, während die links-liberalen Intellektuellen sich die Frage stellen mußten, inwieweit sie sich kritisch mit den Regime[N] im Osten auseinandergesetzt hatten. Nicht sie, sondern die Neokonservativen hatten den Zerfall des Ostblocks als reale Perspektive nicht aus den Augen verloren. Nicht ohne Grund gab es später in Deutschland heftige Reaktionen auf das französische Buch Livre noire du communisme (1998), ist doch in jenem Werk vom "Roten Holocaust" die Rede.
Mit der unerwarteten schnellen Vereinigung Deutschlands schien der "Historikerstreit" erneut aufzuflackern. Die totale Diskreditierung der DDR-Geschichtswissenschaft führte dazu, daß die Frage "Wem gehört die DDR-Geschichte?" erneut an Aktualität gewann. Mit dem alten Establishment der DDR-Historiker, das intellektuell und ideologisch maßlos mit dem Ostberliner Staatssozialismus kollaboriert hatte, mußte abgerechnet werden. Dies erfolgte durch eine verbitterte Gruppe junger ostdeutscher Historiker, gleichzeitig aber wurde den tonangebenden Epigonen aus dem Westen vorgeworfen, ihre ostdeutschen Kollegen zu lange zu ernst genommen zu haben. Eine Abrechnung mit dem links-liberalen Establishment also, das die Hoffnung auf eine deutsche Vereinigung zu schnell aufgegeben hatte. Große Kracht hat diese kürzliche Debatte, die mitunter auch schmerzlich verlaufen ist, mit großer Behutsamkeit und kritischem Sinn beschrieben.
Allmählich gingen den Historikern in ihrem Streit jedoch die inhaltlichen Argumente aus und die Debatten verliefen zusehends im Sande. Dennoch blieben die Themen gegenwärtig. Zwanzig Jahre später können wir uns ihnen etwas gelassener, unaufgeregter zuwenden. Die Diskussion über den Totalitarismus und die Vergleichbarkeit verschiedener Diktaturen hat mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Ost-Europa neue Impulse bekommen. Und es ist auch kein Tabu mehr, die beiden deutschen Diktaturen zu vergleichen. Der "einzigartige Charakter" der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus bleibt unumstritten. Dennoch sind wir uns heute stärker bewußt, daß diese "Einzigartigkeit" politisch und ideologisch mißbraucht werden kann. Zu erinnern sei nur an die Auseinandersetzungen um Norman G. Finkelsteins The Holocaust Industry (2000). Seine Analyse wird zur bitteren Anklage: Die Holocaust-Industrie instrumentalisiere den Völkermord und beute das Leid der Opfer aus. Vor allem jüdische Verbände würden ihre moralische Macht für politische und finanzielle Forderungen nutzen.
Auffällig war, daß es dazu kaum Reaktionen in Deutschland gab, im Gegensatz zur Rezeption von Daniel J. Goldhagens Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust, das 1996 in Berlin erschienen war. Wochenlang wurde über nationale Identität und die historische Schuld aller Deutschen debattiert. Diese Diskussion löste den Widerstand anderer Opfergruppen aus, denen bislang weit weniger Beachtung zuteil geworden war. Unter den Gegnern von Goldhagens einseitigen Thesen befanden sich diejenigen, die während des Historikerstreits zum kritischen Lager gezählt wurden, wie Hans Mommsen, Jürgen Kocka und Hans-Ulrich Wehler. Eine noch heftigere Reaktion rief die Wehrmachtsausstellung hervor, insbesondere die Darstellung der Rolle der Wehrmacht an der Ostfront.
Die Diskussion um den Umgang mit der Geschichte und der nationalen Identität bekam nach der Vereinigung zunehmend einen anderen Akzent, während die Museumsdebatte ein Ende fand. In Berlin stehen inzwischen das Deutsche Historische Museum und in Bonn das Haus der Geschichte der Bundesrepublik. Ursprüngliche Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet--es sind keine Monumente reaktionärer und nationalistischer Geschichtsbetrachtung. Die Themen, die im Laufe des Historikerstreits zur Sprache kamen, sind nach wie vor aktuell. Noch immer geht es um die deutsche Identität und den Umgang der Deutschen mit der schwierigen Vergangenheit. Die deutsche "Schuldfrage", die während des Historikerstreits im Zentrum stand, bleibt auch unter den veränderten politischen Verhältnissen auf der Tagesordnung. Relativ einig sind sich Ost und West, trotz fehlender "inneren Vereinigung", hinsichtlich der Bewertung der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Deutschland.
Klaus Große Kracht hat mit Die zankende Zunft eine sehr gute Übersicht über die historischen Kontroversen gegeben, die in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges geführt wurden. Sein Werk ist ein nützliches Handbuch für jeden Akademiker und vor allem für Studenten, die sich für diese Problematik interessieren. Seine interdisziplinäre Betrachtungsweise ist erfrischend, wobei er vor allem die Rolle der Medien in diesen Debatten ausführlich darstellt. Er zeigt, da[SS] vor allem die Zeitgeschichte nicht in einem kulturellen und gesellschaftlichen Vakuum leben kann.
Kenntnisvermittlung und gesellschaftliche Resonanz sind wesentliche Voraussetzungen. Wie Norbert Frei erwartet der Autor, daß die Zeitgeschichte bald eine neue Qualität gewinnt.[3] Das Ende der Vergangenheitsbewältigung ist in Sicht. Die Generation, die das Hitler-Regime und den Zweiten Weltkrieg persönlich miterlebt hat, stirbt aus. Die Medien werden es zukünftig schwerer haben, neue zeitgeschichtliche Kontroversen zu provozieren. Große Kracht geht offenbar davon aus, daß die großen Debatten ausgebrannt sind. Die Vergangenheitsbewältigung ist erfüllt. Das ist natürlich eine gewagte Hypothese. Neue Themen--der Kalte Krieg, der Ost-Westkonflikt, 1968--können die Rolle übernehmen. Viel zu oft und viel zu früh ist das Ende der Geschichte, der Geschichtsschreibung und der Vergangenheitsbewältigung angekündigt worden. Eines ist sicher: die Periode des Nationalsozialismus zielt unvermeidlich auf seine endgültige Historisierung ab.
Notes
[1]. Rafael Seligmann, Mit beschränkter Hoffnung. Juden, Deutsche, Israelis (Hamburg: Hoffmann und Campe, 1991), S. 271.
[2]. Siehe auch der Band von Martin Sabrow, Ralph Jessen und Klaus Große Kracht, hg., Zeitgeschichte als Streitgeschichte. Grosse Kontroversen seit 1945 (München: Beck, 2003).
[3]. Norbert Frei, 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen (München: Beck, 2005).
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Georgi Verbeeck. Review of Große Kracht, Klaus, Die zankende Zunft: Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945.
H-German, H-Net Reviews.
April, 2006.
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